Wer das Werk des rumänischen Komponisten George Enescu (1881 – 1955) erlebt, wird nicht nur von der Schönheit seiner Musik überwältigt, sondern auch tief berührt von seinem Humanismus. - Weiterlesen -

Während Enescu hierzulande wenig bekannt ist, wird er in seiner Heimat auch auf Grund seines menschlichen Engagements wie ein Held verehrt.

Geboren 1881 im kleinen Dorf Liveni in Nordrumänien, wurde Enescu geprägt von der Volksmusik, dem einfachen Landleben und dem tiefen Glauben seiner Heimat. Als einziges überlebendes von acht Kindern brach er bereits im Alter von sieben Jahren auf, um in Wien Violine und in Paris Komposition zu studieren. Er galt als Wunderkind der klassischen Musik. Später erlangte er als Komponist, Interpret, Dirigent und Pädagoge Weltruhm.

Unzählige Benefizkonzerte und private Initiativen für die notleidende ländliche Bevölkerung seiner Heimat, der unermüdliche Einsatz für das Fortbestehen kultureller Einrichtungen im kommunistischen Rumänien sowie die Förderung des musikalischen Nachwuchses zeugen von seinem großen philanthropischen Geist.

Er starb 1955 im freiwilligen Exil in Paris. Die Sehnsucht nach den Orten seiner Kindheit begleitete ihn ein Leben lang. Das Kraftzentrum seines Schaffens bildet jenes Sehnen, das im rumänischen Wort „Dor“ bewahrt ist – eine, wie es Enescu formuliert hat, „Traurigkeit inmitten von Freude“.